Mein Rollenspieljahr 2016

 

Nun ist’s vorbei, das schäbbige Jahr 2016, mit seinen vielen Promi-Toten, Anschlägen und Staatsoberhäuptern, die sich wie greinende Kinder gebärden. Mir hat’s nicht gefallen. Wie gut, wenn man die Möglichkeit hat, hin und wieder in fremde Welten abzutauchen und den Alltag ein wenig hinter sich zu lassen.

 

Mein Rollenspieljahr begann mit einem Testspiel von „Das Land Og“, was mir sehr großen Spaß gemacht hat. Echt witziges System für „mal eben so“. Dann ging’s weiter mit meiner 14tägigen vereinsseitigen Splittermond-Runde, an der ich aber aus persönlichen Gründen nicht immer teilnehmen konnte. Ein paar Spielberichte finden sich dennoch auf Elfenwolf.de (hier der letzte der Reihe). Ebenfalls aus den gleichen Gründen konnte ich nicht nach Norddeich zur Heinzcon fahren, und so wie es momentan aussieht, wird das auch 2017 leider nix. Na gut, man kann nicht alles haben.

 

Auf jeden Fall hatte ich mir überlegt, im Verein im Sommerhalbjahr Cthulhu zu leiten, und zwar das Abenteuer Schwarzwald-Requiem/Wiener Blut von 1989 (!), was ich schon immer immer mal leiten wollte. Die Vorbereitungen hatte ich bereits 2015 begonnen und so konnten wir dann im März starten. Ich fand’s echt gut, hat Spaß gemacht und ich hatte wirklich tolle Spieler dabei. Danke dafür! (Spielberichte gibt’s auch: hier entlang)

 

Im Herbst habe ich mich dann entschieden, wieder als Spieler tätig zu werden, als System ist’s dann Beyond the Wall geworden, und auch hier macht’s echt Spaß, was vor allem an Story, System sowie Spielleiter & Mitspielern liegt. Top! Beyond the Wall kann ich jedem nur an’s Herz legen. Mehr dazu hier und hier

 

Im Herbst war auch wieder die SPIEL in Essen. Obwohl ich mich einen Tag lang sehr gut unterhalten habe, viele alte Freunde und Bekannte treffen und neue Leute kennenlernen konnte, und auch wieder einen Rucksack voller Sachen mit nach Hause geschleppt habe, werde ich wohl 2017 von der SPIEL Abstand nehmen. An Comics von der „Comic-Action“ ist nur ein Bereich von ein paar wenigen Tischen übrig geblieben, und auch die Rollenspiel-Halle wird irgendwie immer kleiner. Für mich als Spieler und Spielleiter ist vermutlich die RPC in Köln die bessere Wahl, da kann ich auch bequem mit dem Zug hinfahren, ohne das Parkplatz-Chaos Messe Essen. Mal sehen…

 

Das Ende des Rollenspieljahres läutete der Splittermond-Abenteuerwettbewerb „Besondere Bauwerke“ ein, bei dem ich mitgemacht habe, damit schließt sich der Jahreskreis. 20 Abenteuer wurden eingereicht, ich bin eine Runde weiter in der Top 11. Damit wäre mein Ziel eigentlich bereits erreicht. Mal sehen, wier sich das weiter entwickelt. Stand der Dinge jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, ist der Umstand, dass von 55 Bewertungen (11 Abenteuer, 5 Juroren) noch 2 fehlen. Vermutlich ist mein Keks dann jetzt schon gegessen. Wird der alte dicke Myranor-Man noch in die Top 5 kommen? Ich bleibe dran!

 

2016 ist auch das Jahr, in dem ich endgültig von DSA Abschied nehme. Aventurien hat mich von Anfang an (1989) begleitet, irgendwann is‘ ausgelutscht. Die neue (buuhnte) 5. Edition kann mich nicht mehr reizen, über das Jahr verteilt habe ich einen DSA-Ausverkauf vorgenommen. Nur noch wenige Abenteuer- und Quellenbücher habe ich noch im Regal. Umso mehr freut’s mich, dass ich wieder Kontakt zu einem meiner allerersten Mitspieler bekommen habe – 20 Jahre lang nichts voneinander gehört. Wahnsinn!

 

Auch zum Thema Crowdfunding gab’s in diesem Jahr einiges … bei manchen Sachen habe ich mitgemacht, bei manchen Sachen bereue ich das Mitmachen, manche Sachen waren mir schlichtweg zu doof:

  • Dresden Files (Prometheus Games) – großspurig für Mai 16 angekündigt, aktuell noch nix da außer einem halbgaren PDF des ersten Buches und der „Urban Files“-CD von Erdenstern (bei der ich ziemlich fest daran glaube, dass die auch ohne das DF-Crowdfunding produziert worden wäre)
  • Symbaroum (Prometheus Games) – hier gibt’s zumindest schon mal die PDFs von Regelwerk und Abenteuerband. Die gedruckte Version sollte zur SPIEL kommen und ist jetzt auch schon 2 Monate überfällig.
  • Die Handbücher des Drachen/Richtig spielleiten (Ulisses Spiele) – Ulisses hält bei Büchern alle Zusagen ein, kommt mir jedenfalls so vor. Und wenn die Creme der deutschen Rollenspielszene zusammen an einem Buch schreibt, dann kann man das auch unterstützen. Bin sehr gespannt!
  • City of Mist – ein englisches Rollenspiel, das irgendwie eine Mischung aus FATE und der Age-of-the-Apocalypse-Engine ist. Leute mit Superkräften in einer Stadt, die mich fatal an alte Gotham-Noir-Comics erinnert. Funny! Bin gespannt
  • Tales from the Loop – ein englisches Rollenspiel aus Schweden von den Leuten, die bereits Erfahrungen mit Mutant: Year Zero und Coriolis haben. Man spielt Kiddies zwischen 10 und 15, in den 80er Jahren einer Spielwelt, in der Roboter und ähnliches Gesocks zum Alltag gehören. Grandioses Artwork und einfache Regeln. Und im Hintergrund läuft „The final countdown“. 80er Jahre, ich komme. Damit werde ich mich wohl 2017 ziemlich beschäftigen.
  • Numenera (Uhrwerk Verlag) – Auch mit Verspätung gekommen, aber TOP geworden! So eine dicke Kiste, so ein geiles Setting. Danke an die, die das ermöglicht haben, da hat sich das Warten extremst gelohnt!

 

Ich möchte auch noch mal an Jörg Raddatz erinnern, der im Alter von nur 45 Jahren von dieser Welt abberufen wurde. DSA- und Myranor-Autor, -Redakteur und quasi ein wandelndes DSA-Lexikon. Er hat viel für die deutsche Rollenspielszene getan und hinterlässt eine Lücke. Schade, dass er schon gehen musste.

1 Gedanke zu „Mein Rollenspieljahr 2016

  1. Huhu,

    frohes Neues, auch wenn es schon der 17. ist.
    Ich bin´s, der Typ mit den 20 Jahren aus dem Mittelteil….also älter, nicht 20 Jahre alt. Leider!
    Ich hab hier noch Erstausgaben vom Elfenwolf in gedruckter (kopierter?…was auch immer!) Form. sind die nach 20 Jahren eigentlich was wert? Frag nur so, will die gar nicht veräußern. Vielleicht habe ich ja ungeahnte Schätze zu Hause liegen.
    Tja, und was DSA angeht, schade darum, unvergessliche Abende gehabt, aber Deine Beweggründe waren auch einer meiner Gründe (neben ein paar anderen) gar nicht erst wieder damit anzufangen.

    Grüße

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