Meine Cthulhu-Runde – Tag 03

Was bisher geschah …

Zusammenfassung Tag 01
Zusammenfassung Tag 02

 

Vorspann – die Protagonisten

Agnes Obel – die Biologin bekommt ein unmoralisches Angebot

Ewald Klees – der Ingenieur baut eine Leichentransportvorrichtung

Friedrich Römer – der Missionar liest das Tagebuch eines Toten

Helene Charlotte Borer-Linke – die Fabrikantentochter organisiert eine Nachtwanderung

Tristan von Schwarzberg – der Gentleman macht heute mal gar nichts

 

Und es ging weiter …

 

Die Herrschaften entschlossen sich nach kurzer Diskussion dazu, den Spuren Fischbachs und Lohmanns zu folgen und in den Schwarzwald zu reisen. Allerdings nicht, ohne vorher noch ein paar Besuche in Wien und Umgebung zu machen…

 

Da Pfarrer Römer Grethe Lohmann nicht auf dieser Reise mitnehmen konnte, sie aber auch nicht in der Privatwohnung von Dr. Freud lassen wollte, nahm er dessen Empfehlung an und besuchte das Sankt-Eulasius-Stift im Wiener Außenbezirk. Das Haus machte einen gepflegten Eindruck und der Leiter, Dr. Augenthaler, war auch sehr zuvorkommend und kompetent. Er zeigte Pfarrer Römer die Einrichtung und machte ihn auch, um die Heilmethoden zu verdeutlichen, mit der Patientin Fräulein Eusebia Schönenfels bekannt, die Tag und Nacht den Sonnenuntergang bewunderte. Pfarrer Römer zahlte Kost & Logis für Grethe im Voraus und vereinbarte, dass sie bei Dr. Freud durch Eulasius-Mitarbeiter abgeholt werden sollte. Danach suchte er Dr. Freud auf und berichtet von seinem Vorhaben. Dr. Freud bat darum, auch weiterhin nach Grethe sehen zu dürfen, worauf sich Pfarrer Römer damit einverstanden erklärte.

 

Die restlichen Damen und Herren machten sich auf den Weg nach St. Pölten, wo Gotthold Fischbach nach seinem Tod begraben wurde, um sich dessen Grab anzusehen. Hier gerieten sie zunächst an den einsilbigen Friedhofsgärtner Vassily, der weder Fischbach noch dessen Grab kannte, sondern im Gegenteil damit beschäftigt war, die Gräber einzuebnen. Auch im Gasthaus „Zur letzten Ruh“ gegenüber dem Friedhof konnten die Herrschaften keinerlei Erkenntnisse gewinnen und kehrten unverrichteter Dinge nach Wien zurück, wo sie wieder mit Pfarrer Römer zusammentrafen. Gemeinsam machten Sie sich auf den Weg zum Bahnhof, um mit dem Zug zunächst nach Freiburg zu reisen.

 

Im Zug machten die Damen und Herren die Bekanntschaft von Professor Beinlein, einem Ornithologen aus Königsberg, der, „bewaffnet“ mit Schmetterlingsnetz und Feldstecher, ebenfalls in den Schwarzwald unterwegs war, um nach aussterbenden Vogelarten zu forschen. Professor Beinlein schloss sich der Reisegruppe dann „janz unaufdringlisch“ an.

 

In Freiburg nahmen die Herrschaften sowie Professor Beinlein dann den Bummelzug nach Glotterbad, der nicht nur überfüllt, sondern auch tierische Fahrgäste wie Enten, Ferkel und Hühner transportierte. Da der Bummelzug dazu noch an jeder Milchkanne anhielt, verzögerte sich die Reise zum Ärger der Reisenden deutlich. Schließlich erreichten Sie Glotterbad, mieteten bei Bauer Wilfried Pfennigschmied eine Kutsche samt Kutscher und machten sich auf den Weg nach Petersdorf an der Glotter, wo einst Gotthold Fischbach und erst vor kurzem Siegfried Lohmann samt Grethe wohnten.

 

Bei Einbruch der Nacht erreichte die Reisegruppe Petersdorf. Es regnete und gewitterte, und im Schein der Blitze schienen die Gartenzwerge in den Vorgärten zu grotesken Gruselgestalten zu mutieren. Die Herrschaften quartierten sich im Gasthaus „Zum Hirschen“ ein, in dem auch einige Zeit vorher Siegfried Lohmann und Grethe abgestiegen waren – schließlich war’s das einzige Haus im Dorf. Irgendwann in der Nacht wachte Pfarrer Römer auf. Er hörte Geräusche aus dem Nachbarhaus, das Stöhnen und Ächzen einer Frau und dann den Schrei eines neugeborenen Kindes. Danach schlief der Pfarrer wieder ein.

 

Am nächsten Morgen wollten die Damen und Herren auf Erkundung in Petersdorf gehen, erfuhren aber beim Frühstück vom tragischen Schicksal der Nachbarin Marie Kogler, die in der Nacht eine Totgeburt hatte. Dabei war sich Pfarrer Römer ganz sicher, das Neugeborene schreien gehört zu haben.

 

Peterdorf an der Glotter bestand aus einem kleinen Ortskern mit Gasthaus, Kirche, Schule, Kolonialwarenladen, Apotheke sowie dem Amts- und Spritzenhaus und mehreren weit verstreuten Bauern- und Gutshöfen. Von den Wirtsleuten erfuhren die Damen und Herren, dass sich Siegfried Lohmann und Grethe viel in der Umgebung aufgehalten und auch des Öfteren mit den Einheimischen und den Mitgliedern des örtlichen Gesangvereins gesprochen haben. Diesen Spuren wollten die Herrschaften dann ebenfalls folgen und so besorgten sie sich im Kolonialwarenladen von Eberhard Sattler eine Wanderkarte. Hier erfuhren sie auch, dass sich hinter der Signatur „Kaspar Hundschlager“ auf der Rückseite der Kuckucksuhr ein weithin berühmter Uhrenbauer verbarg.

 

Pfarrer Römer wollte auch gerne die Ortskirche besichtigen, musste aber feststellen, dass die Türen verschlossen und einige Fenster sogar vernagelt waren. Die Damen und Herren erfuhren, dass der ehemalige Pfarrer beim Stellen der Kirchturmuhr in die Tiefe stürzte und die Stelle seitdem vakant sei. Der Schlüssel zur Kirche wurde vom Amtmann im Amtshaus aufbewahrt, einen Zweitschlüssel besaß Pfarrer Geldenrieder aus Glotterbad, der alle vierzehn Tage für einen Gottesdienst vorbeikam.

 

Frau Obel warf indessen ein Auge auf den attraktiven Apotheker Adolf Brinkmann und versuchte, mit ihm anzubändeln. Sie erfuhr, dass der Apotheker kein Einheimischer, sondern ein Zugezogener war, die Einheimischen alle recht „seltsam“ fand und scheinbar ein Techtel-Mechtel mit der Lehrerin der Dorfschule, Frau Winkler, hatte.

 

Frau Borer-Linke stellte fest, dass jene Frau Winkler eine ihr sehr ähnliche, moderne und selbstbewusste Frau war und kam mit ihr während der Schulpause ins Gespräch. Dabei erfuhr sie, dass der Pfarrer mitnichten aus Versehen vom Kirchturm fiel, sondern im Gegenteil scheinbar den Freitod gesucht habe – Frau Winkler war damals Zeugin des Geschehens.

 

Die Damen und Herren ließen sich dann von den Wirtsleuten Brote schmieren und machten sich auf den Weg durch den Schwarzwald in Richtung der Werkstatt des Kaspar Hundschlager.

 

Nach geraumer Zeit des Wanderns durch den herbstlichen Schwarzwald erreichten die Herrschaften die Unterwasser-Mühle (die so hieß, weil sie um unteren Flusslauf stand und nicht, weil sie überschwemmt war). Von drinnen hörten die Herrschaften Stimmen, schlichen sich neugierig heran und erwischten einen jungen Burschen mit heruntergelassener Hose, der ein junges Mädchen gegen ihren Willen bedrängte. Sie vertrieben den Widerling, der mit drohender Faust Rache schwor. Von dem Mädchen, der 15-jährigen Elisabeth Klausen vom Klausen-Hof, erfuhren die Damen und Herren, dass es sich um den „Hinkenden Jochen“, den Sohn des Amtmanns Hopfenstätter aus Petersdorf handeln würde und dass „alle Angst vor dem“ hätten. Warum, konnte sie aber nicht sagen.

 

Die Herrschaften brachten das Mädchen zu ihren Eltern und begaben sich wieder auf den Wanderweg zum „Kuckuckshäusle“ von Kaspar Hundschlager.

 

Das „Kuckuckshäusle“ entpuppte sich als windschiefe Ein-Raum-Kate mitten im Wald und Kaspar Hundschlager als alter, netter Mann mit großem Geschick in der Fertigung von Kuckucksuhren. Er konnte sich auch daran erinnern, besagt Uhr an Siegfried Lohmann verkauft zu haben. Nach einigem Hin und Her und Fachgesimpel über die Mechanik und die Möglichkeit, den Kuckuck was anderes rufen zu lassen als „Kuckuck“ zogen die Damen und Herren wieder von dannen, um auf dem Rückweg nach Petersdorf noch die Ruine der Burg Heymann zu besichtigen.

 

Nach einem beschwerlichen Anstieg bot sich den Damen und Herren ein grandioser Blick über den Schwarzwald und es entstand eine Diskussion über die Begehbarkeit der eingefallenen Burgtürme und dem Umstand, dass die Herrschaften in der Ferne so etwas wie eine Straße oder einen Fluss entdeckten und rätselten, was sie denn da genau entdeckt hatten und ob sie auch noch dorthin wandern sollten. Da es auf den Abend zuging, entschlossen sie sich jedoch für einen zügigen Rückmarsch.

 

Auf halber Strecke wurden die Damen und Herren durch Geräusch aus einer Baumkrone erschreckt. Oben auf dem Stamm saß eine junge Frau im Nachthemd und redete verwirrtes Zeug. Augenscheinlich war sie vom Irrsinn befallen. Alle Versuche, die Frau unbeschadet auf den Boden zurückzubekommen, scheiterten. Die Frau kletterte immer höher und stürzte schließlich ab. Obwohl sich die Herrschaften sofort um die Arme kümmerten, hauchte sie mit den Worten „Es hatte schwarze Haare. Und es war ein Junge…“ ihr Leben aus.

 

Unter der Anleitung von Herrn Klees bauten die Damen und Herren eine behelfsmäßige Transportmöglichkeit aus Ästen und zogen die Tote zurück bis nach Petersdorf, wo sie bei Einbruch der Dunkelheit ankamen. Hier wurden sie vom Wachtmeister Dimpflmoser empfangen, der den Vorschlag machte, die Tote vorerst im Spritzenhaus aufzubewahren.

 

Frau Obel begab sich zum Ortsvorsteher Nagelschmidt, der aber weder kooperativ noch sonst irgendwie freundlich, sondern nur völlig desinteressiert an der Toten und dem Umständen war. Dieser schickte Frau Obel dann zum Amtmann Hopfenstätter, der sich aber als Paragraphenreiter und herzloser Lüstling entpuppte, denn er wollte den Schlüssel nur herausgeben, wenn Frau Obel mit ihm „freiwillig“ Unzucht trieb – was diese natürlich brüsk ablehnte.

 

Wachtmeister Dimpflmoser hatte inzwischen die Tote als Marie Kogler identifiziert, die Frau von Martin Kogler, dem Nachbarn des „Hirschen“ und die Frau, die in der Nacht die Totgeburt hatte. Er eilte daraufhin zum Haus der Koglers, um Martin Kogler zu unterrichten. Dieser wiederum machte sich sofort voller Zorn mit einem Gewehr auf den Weg zur Teufelsschlucht, was wiederum Frau Borer-Linke und Herr Klees mitbekamen, die ihm alsbald folgten.

 

Der Wachtmeister unterrichtete Pfarrer Römer und Frau Obel vom Aufbruch ihrer Reisekameraden und bot sich an, selbst den Schlüssel zum Spritzenhaus zu holen. Zufälligerweise war an dem Schlüsselbund auch der Schlüssel zur Kirche, so dass Pfarrer Römer die Gelegenheit nutzte, sich dort, in der Sakristei und im Pfarrhaus umzusehen. So fand er das Tagebuch des unglücklichen Pfarrers Jonas, der sieben Jahre zuvor vom Kirchtum fiel – oder sprang? In dem Tagebuch berichtete der Pfarrer unter anderem, dass der örtliche Gesangverein merkwürdige Choräle zum Besten gab und als er die Gesänge in der Kirche untersagte, keiner der Einwohner mehr in die Messe kam. Im Gegenteil, der Gesangverein veranstaltete zur Sonntagsmesse sogar Gegenkonzerte. Nach und nach wurde der Pfarrer von der Gemeinde isoliert, weder zu Geburten noch zu Hochzeiten oder Todesfällen gerufen und irgendwer schmierte letztendlich dunkle Geheimnisse aus des Pfarrers Vergangenheit an die Kirchenwände. Scheinbar verfiel der Gottesmann mehr und mehr dem Irrsinn, so dass ein Selbstmord letztendlich durchaus im Bereich des Möglichen lag.

 

Frau Borer-Linke und Herr Klees folgten indessen Martin Kogler zur Teufelsschlucht, wo dieser aber in der Dunkelheit nicht mehr aufzufinden war. In der Mitte der Schlucht befand sich ein großer Granitblock, drumherum mehrere ausgebrannte Feuerstellen. In einer davon fand Frau Borer-Linke Knochen eines Säuglings, und als sie den Block selbst berührte, hatte sie die Vision von 13 Kuttenträgern, die im flackernden Licht von Fackeln mit Dolchen und langen Messern auf etwas einstachen, das zuckend auf dem Granitblock lag. Das Geräusch eines Schusses holte sie zurück in die Wirklichkeit, dann folgte ein Schrei … als Frau Borer-Linke und Herr Klees sich dem Schluchtrand näherten, fanden sie lediglich nur noch die abgefeuerte Waffe von Martin Kogler. Von ihm selbst fehlte jede Spur.

 

 

 

 

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Vielen Dank an meine Mitspieler von den Traumjägern (http://www.die-traumjaeger.de).

Spieler:  Jessica K. , Marcel H. , Jens P. , Michael V. , Florian W.

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