Ulisses Crowdfunding „Was ewig liegt“ – im wahrsten Sinne des Wortes

 

Ulisses Crowdfunding „Was ewig liegt“ – im wahrsten Sinne des Wortes

 

Es ist schon super, was Ulisses mit dem letzten Crowdfunding auf die Beine stellen konnte: der Pathfinder-Abenteuerpfad „In strange aeons“ in der deutschen Version (mit dem Titel „Was ewig liegt“) wurde mit sagenhaften 73.962 € finanziert. Neben den sechs Abenteuern bekommen die Backer noch jede Menge Zusatzmaterial: Monsterbücher, Kurzgeschichten, Karten & Bodenpläne, Stadtbeschreibungen, Pathfinder-Guides und und und. Von so Kleckerkram wie Lesebändchen oder Poster (wer braucht die eigentlich???) will ich erst gar nicht reden. Alles in allem: für schlappe 100,- € Einsatz gibt es richtig viel Zeug.

 

Eigentlich hätte ich da mitmachen müssen. Schließlich geht es um den Cthulhu-Mythos, Carcosa, den King in Yellow und jede Menge Wahnsinn. Für mich als langjährigen Cthulhu-Leser, -Spieler und –Spielleiter scheinbar ein absolutes Schnäppchen. Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wäre, denn mich stört an dem „Wahnsinns“-Paket ein bestimmtes Wort: „Pathfinder“.

 

Pathfinder und ich werden sicherlich keine Freunde. Dieses äußerst taktile Spiel mit seinen Bodenplänen und den ewig dauernden Kämpfen sowie dem Anspruch „Monsterschlachten & Looten“ geht vor „Rollenspiel, Story & Plot“ ist mir ein echter Graus. Es geht mir nicht um die Simpliziertheit der Regeln oder der Exotik der Schauplätze. Da ist alles gut, alles tutti. Es geht um das System. Und da liegt der Hund begraben. Ich mag es einfach nicht. Ich mochte schon AD&D und D&D3.5 nicht. Wer steht wo in welcher Sichtlinie zum Ziel? Wer bewegt sich wann wieviele Kästchen auf dem Bodenplan vorwärts? Wer ist wann dran mit „spielen“ und warum? Nein, nicht meins.

 

Ich weigere mich daher irgendwie, 100 € für ein cthulhoides Pathfinder-Modul auszugeben, das eh nur bei mir im Schrank stehen würde. Ich werde es niemals spielleiten. Never ever. Ich habe mir dazu sogar noch zwei der Abenteuerpfade auf Englisch angesehen, um die Möglichkeit auszuloten, den Abenteuerpfad vielleicht auf die für mich freundlicheren Cthulhu-Regeln umzubasteln. Nachdem ich aber feststellen musste, dass sich die Charaktere im ersten Band erst durch das halbe Sanatorium metzeln müssen, um dann im zweiten Band die Schnetzelorgie in Thrushmoor fortzusetzen, ist diese Idee ebenfalls dem Wahnsinn anheim gefallen und musste entsorgt werden. Schnetzelorgien dieser Kategorie passen nicht in mein Cthhulhu-Spielleiter-Universum.

 

Und daher würde „Was ewig liegt“ genau das bei mir tun, was der Titel verspricht: ewig liegen, unangetastet im Regal. Mit den Lesebändchen würden sich die Katzen beschäftigen, die Poster fliegen bei mir eh in den Schredder. Ich beglückwünsche Ulisses für den grandiosen Abschluss, aber leider leider war das nichts für mich. Ich beglückwünsche auch die Backer für das große Paket und wünsche viel Erfolg und viel Spaß beim Umsetzen. Nächstes Mal vielleicht wieder was für mich…

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