Jahresrückblick 2015 #1 – Crowdfunding

2015 habe ich mich zum ersten Mal intensiv mit dem Phänomen Crowdfunding beschäftigt. Wenn ich darüber im Verwandten- oder Kollegenkreis erzähle, ernte ich meist unverständliche Blicke. Wie erklärt man also Crowdfunding in möglichst simplen Worten? Ich versuche das meistens so: Jemand möchte ein bestimmtes Projekt realisieren, hat aber Absatzbedenken oder schlicht und einfach das nötige Kleingeld nicht. Dieser Jemand stellt daher sein Projekt auf einer passenden Crowdfunding-Plattform wie Kickstarter oder Startnext vor, benennt eine Summe, bei der Projekt realisiert werden kann und wartet auf Geldgeber. Je nach Höhe der Summe, die der Geldgeber zu zahlen bereit ist, kann es neben dem eigentlichen Projekt auch noch weiterführende Zusatzleistungen geben. Ein solches Projekt kann ein Buch, eine CD, ein Film, eine neue Erfindung oder oder oder sein. Crowdfunding ist also im Endeffekt nichts anderes als eine breit gestreute Vorfinanzierungsmaßnahme.

Ich selber habe mich 2015 an mehreren Projekten beteiligt, ausschließlich im Rollenspielbereich: an der deutsche Ausgabe von Numenera (Uhrwerk-Verlag), der deutsche Ausgabe von Dresden Files (Prometheus Games / Feder&Schwert) sowie an Das Land Og und den Kobold Press Handbüchern (beide von Ulisses) und dem Space 1889-Film von Orkenspalter TV.

Bisher halte ich zwar nur das PDF von Das Land Og in den Händen, aber das wird 2016 alles schon noch.

Jetzt kann man sich ja fragen, ob man das gut findet. Ich finde das jedenfalls gut. So haben die Verlage eine reelle Chance, Projekte zu veröffentlichen, die ohne die Vorfinanzierung ggfs. zu einem Risikogeschäft geworden wären, denn wir wissen ja alle, dass Rollenspiel in Deutschland immer noch ein Nischen-Hobby ist und hier nicht jeder alles kaufen kann und möchte. In den USA ist das nämlich immer noch was anderes, wenn da ein Projekt floppt, die Jungs drüben sind halt an der Fanbase erheblich breiter aufgestellt.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, auch 2016 das eine oder andere Projekt zu unterstützen, wenn es meiner Hobbyausrichtung zu Gute kommt. Man muss sich natürlich damit abfinden, dass mitunter eine echt lange Zeit zwischen Zahldatum und Release-Datum vergehen kann. Wen das aber nicht schreckt, der sollte sich auch mal Gedanken darüber machen. Im Rollenspielbereich in Deutschland halte ich Crowdfunding für das Finanzierungskonzept der Zukunft. Also … weiter so, Jungs!

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